Vals3000 ist jetzt der Nummer 1 Flop in der Schweiz!

Vals3000 ist jetzt der Nummer 1 Flop in der Schweiz!

Ja, es ist soweit! Die Sportbahnen Vals AG haben es bis ganz an die Spitze geschafft. Vals3000 ist nun der Top Flop unter den Schweizer Bergbahnen. Man ist jetzt die Nummer 1 in der Negativ-Liste. So war es in einer interessanten Sendung von RTR zu sehen, welche sich auf eine Studie der Universität Luzern beruft und die Situation und Preispolitik bei Bergbahnen genauer unter die Lupe nimmt. 

Vielleicht versteht man heute, warum ich im Februar 2016 mich dazu gezwungen sah, hier zu schreiben und somit vor der weiteren Entwicklung zu warnen. Denn diese war so sicher wie das Amen in der Kirche. Eine Entwicklung, welche auch schon 2014 erkennbar war. Verschiedene haben versucht Gegensteuer zu geben. Leider waren diese Versuche erfolglos, da man sich starr wie Quarzit gegen jegliche "Einmischung" erfolgreich zur Wehr setzte. Im Gegenzug wurden die Überbringer der schlechten Nachrichten in ein schräges Licht gestellt und wohl als Nestbeschmutzer angesehen. So fehlt es heute an Killerfischen, welche für Organisationen so wichtig sind. Das weil sie bereit sind auch gegen Widerstand und mit der Inkaufnahme persönlicher negativen Konsequenzen den Finger in die Wunde zu legen und auf das Unangenehme dafür aber wichtige hinzuweisen. 

Diese Entwicklung war offensichtlich, weil erkennbar falsche Entscheidungen getroffen wurden. Es mangelt an Verstädnis für die Herausforderung und an Rezepten wie diesen zu begegnen wäre. Es ist als ob man an einem Tanzwettbewerb teilnimmt, dabei aber immer gegen den Takt tanzt und sämtliche Korrekturvorschläge als Unsinn in den Wind schlägt. Man kann eben nicht erwarten, dass Beamte, ohne Erfahrung im freien Markt, eine Unternehmung und eine ganze Branche retten können. Das ist wie wenn man sich als Sippe entschliesst, neuerdings die Sammler auf die Jagd zu schicken und dann erstaunt feststellt, dass diese Abend für Abend ohne Beute nach Hause kommen und der Hunger immer grösser wird. 

Das, in Zusammenhang mit den strukturellen Problemen im Skitourismus, ist die Basis für diesen neuen Tiefpunkt bei den Valser Bergbahnen.

Das neue Finanzierungsmodell ist daher nichts weiter als die logische Konsequenz. Man ist es sich gewöhnt, dass die Allgemeinheit für den Lebensunterhalt aufkommt und das unabhängig von eigener Leistung und der Fähigkeit sich an immer wieder verändernde Marktbedürfnisse anzupassen. 

Was man uns da als tolle Innovation verkaufen will, ist der Versuch alles beim Alten zu belassen und die finanziell negativen Konsequenzen auf die Allgemeinheit abzuwälzen – zu sozialisieren. Das ist des Pudels Kern. Lieber rupft man die Leistungsträger und drängt Hotels und Lagerhäuser zur Aufgabe, weil verschiedene sich die neuen Abgaben nicht leisten können. 

Ja, die Gemeinde drängt uns zum Entscheid, ob wir die Bahn aufgeben oder Beherberger in den Ruin treiben. Auch wenn gratis Skifahren für viele eine verführerische Option darstellt, ist das die Rechnung ohne den Wirt gemacht und ethisch und moralisch nicht zu vertreten. 

Ganz besonders verwerflich ist es aber dann, wenn Personen für den VR bereit gestanden wären, welche Investoren repräsentiert hätten und Ralf Brot sagt, dass der VR der Sportbahnen keine Strategie mit Investoren verfolge, dies ablehne. Die Gemeinde hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, diese für den VR vorgeschlagenen einer Prüfung zu unterziehen. 

Ebenso verweigern sich verschiedene Personen seitens der Gemeinde Gesprächen und man antwortet auf Anfragen per E-Mail nicht mal mehr. Ich bin nicht der Einzige, welcher dies erfahren musste. 

Klaus J. Stöhlker schreibt in einem Kommentar auf Inside Paradeplatz:

"Das produzierende Volk dient ... seinen Regierungen auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesstufe als Milchkuh, die schlechter behandelt wird als manches Getier in seinen Ställen.
Es ist eine subtile Gewalt gegen das Volk, die kaum noch Grenzen kennt."

Es bleibt nur die Erkenntnis, dass man der Aufgabe nicht gewachsen ist und so auch zukünftig Chance um Chance zur Besserung verpassen wird. Wie ich bereits im Februar des letzten Jahres geschrieben habe: "Man kann die Realität verweigern, aber nicht deren Folgen!"

Der Ausweg aus der Ohnmacht ist eigentlich ganz einfach. Die Gemeindeversammlung ist das oberste politische Organ und nicht der Gemeinderat. Der Stimmbürger muss jetzt die Transparenz und Verantwortung einfordern. Das bevor der Schaden noch grösser wird. 

Mir liess Jemand, denn ich persönlich nicht kenne, wegen meiner Texte ein E-Mail zukommen. Dieses kam zum Fazit:

"Wie Sie richtig bemerken ist dieser Schlamassel durch Misswirtschaft und Grössenwahn entstanden. 
Bevor nun das "Haus neu eingerichtet wird", bin ich der Meinung, dass der Stall gründlich ausgemistet werden muss und die entsprechenden Leute dafür gerade stehen müssen. Ich bin überzeugt, dass es eine wesentlich bessere Lösung geben kann, als die drei Szenarien."

Will die Gemeinde die Finanzierung durchboxen, dann müssen wir halt schweren Herzens die Bahn vorerst aufgeben und uns neu orientieren. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!

Für das Jahr 2018 hoffe ich nur das Beste; entweder das den Verantwortlichen ein Licht aufgeht oder sonst halt auf einen Wechsel. 

 

Martin Loretz

Quellen:

https://www.rtr.ch/play/tv/cuntrasts/video/raps-sco-crappa---mit-deutschen-untertiteln?id=4c079b05-1fa3-4690-adca-e024b91d2346&station=12fb886e-b7aa-4e55-beb2-45dbc619f3c4

https://insideparadeplatz.ch/2017/06/14/warum-jede-konzernleitung-einen-killerfisch-braucht/

https://insideparadeplatz.ch/2017/05/10/knapp-formulierungsfaehiger-schneider-ammann-nullnummer-burkhalter/