Vals – was ist nur los mit euch?

Als erstes: dieser Text und noch folgende spiegeln meine eigene Meinung wieder. Ich weiss nicht wie weit die Gruppe von 2012, welche als myvals.ch aufgetreten ist, mit diesem Text noch einverstanden ist. Daher habe ich dies im Impressum auch ausgewiesen. Ich möchte die Plattform aber nutzen um euch verschiedene Dinge zukünftig zu erklären und mitzuteilen. 

Wie viele von euch wahrscheinlich bemerkt haben, habe ich mich seit meinem Rücktritt als Präsident von Visit mehrheitlich aus Vals zurück gezogen. Ich bin nicht mehr an Gemeindeversammlungen gegangen und ich bin auch nicht mehr an die Generalversammlung der Sportbahnen Vals AG gekommen.  

Diese Distanz war für mich selber wichtig, um die Situation im Dorf einer persönlichen Neubeurteilung zu unterziehen und auch loslassen zu können. Das Loslassen war für mich keine einfache Sache und es ist etwas was mich immer noch beschäftigt. Das weil teilweise sich in diesen Jahren bei mir gegen ein paar wenige ein tief sitzender Groll aufgebaut hat und teilweise auch aus purem Unverständnis für die Situation und das Verhalten. 

Ich behaupte nicht, dass ich in meinem Amt alles richtig gemacht habe und es muss auch ganz klar gesagt sein: “Wir haben während meiner Amtszeit nicht nur viel zu wenig erreicht, wir haben gar nichts erreicht.” Das Dorf ist weder für die Herausforderungen der Gegenwart gerüstet, verschweige denn für die der Zukunft. 

Aber ich muss mir selber keine grossen Vorwürfe machen. Denn ich habe alles in meinen Möglichkeiten stehende versucht um das Dorf voran zu bringen. Ich habe versucht zu ziehen, ich habe versucht zu stossen. Ich habe versucht zu erklären, ich habe versucht zu überzeugen und ich habe versucht Allianzen zu schmieden. Leider ohne Erfolg, denn anscheinend will das Dorf sich nicht bewegen. Lieber wartet man auf den nächsten Führer oder den nächsten Guru der alles wieder ins Lot bringt. 

Daher auch meine Frage an euch alle: “Was ist bloss los mit euch?”

Ab und zu stelle ich mir die Frage, ob in Vals etwas ins Wasser gemischt wird, welches der Bevölkerung die Sinne vernebelt und die Vernunft mit die Kanalisation hinunter spült. Ich weiss es nicht. 

Ayn Rand sagte einmal: "Man kann die Realität ignorieren, aber man kann nicht die Konsequenzen der ignorierten Realität ignorieren."

Diese kleine und einfache Weisheit sollte sich die Valser Bevölkerung einmal vor Augen führen. Denn genau das ist in Vals der Fall. Man ist auf allen Ebenen nicht bereit sich der Realität zu stellen. Und stellen sich die negativen Konsequenzen ein, dann versucht man die negativen Effekte zu vertuschen und mit Notlügen zu überdecken. 

Als Beispiel kann man z.B. meine Bemühungen nennen, zum Thema Sportbahnen einen runden Tisch einzuberufen. 

Im Jahr 2014 habe ich aufgrund der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Verlaufs der Sportbahnen und der Verantwortung als oberster Touristiker im Dorf, versucht einen runden Tisch mit verschiedenen Exponenten aus Vals einzuberufen. 

Diese Bestrebungen wurden vom Vorsteher des Departements auf harsche und auf persönlicher Ebene beleidigend abgewehrt. Ich solle mich da nicht einmischen, ich verfüge aufgrund meines Amtes und aufgrund meiner schulischen Bildung nicht über die Kompetenzen, ich solle mich da heraus halten. Denn wenn ein Gremium über betriebswirtschaftliche Kompetenzen verfüge, dann sei dies ja wohl der VR Sportbahnen und nicht ich.

Meine Aussagen und Warnungen vom Mai/Juni 2014, dass bei den Sportbahnen der Start in die Wintersaison aufgrund der Liquidität  bereits akut gefährdet sei und das von Seiten des VR kein Plan zu erkennen sei, hat sich im Dezember 14 bewahrheitet und wie wir alle Wissen, mussten wir der Sportbahnen bereits ein erstes mal eine halbe Million spendieren. Und viele meiner Aussagen haben bis heute ihre Gültigkeit. 

Ebenso wurden im Rahmen unserer Vorstandssitzungen von Visit Vals vom oben genannten Gemeinderat und VRP der Sportbahnen jeglicher Dialog zum Thema verwehrt. Auch hier teils mit persönlichen Beleidigungen gegen meine Person. Man wollte sich der Realität nicht stellen.

Was passiert, wenn man dem Dialog und der Realität einfach ausweicht, hat sich somit im Bereich der Sportbahnen Vals AG bereits deutlich gezeigt. Es hat sich zum volkswirtschaftlichen Worst-Case und Millionengrab für die Gemeinde entwickelt. Und ich bin immer noch der Überzeugung es hätte Wege gegeben die Sportbahnen in positive Bahnen zu lenken. 

Das Problem hier ist, dass der VR selber nicht an diese Möglichkeiten glaubt. Anlässlich meiner letzten Vorstandssitzung als Präsident habe ich mitgeteilt, dass ich die Fleebar/Aprés Ski mit Visit in irgendeiner Form wieder aufleben lassen möchte und das man damit Geld verdienen und die finanzielle Situation des Vereins auf unternehmerischer Basis verbessern könnte. Wie im Chor erschallte die Antwort: “Vor allem kann man damit viel Geld verlieren!”

Das war der Zeitpunkt bei welchem mir klar wurde, das ich mein Amt nicht mehr weiterführen kann und will. Das stets erkennbare Bestreben meine Handlungsspielräume zu beschränken und der Unwille die Zukunft mit eigenverantwortlichem Handeln zu gestalten, hat mir den Rest gegeben. Denn ich liess mich wählen um etwas zu bewegen, ich denke man hat mich mit diesem Wunsch auch gewählt, ich konnte es aber nicht bewerkstelligen, weil ich systematisch gegen Windmühlen anzukämpfen hatte. Ich habe keine Lust als Don Quijote in die Geschichte einzugehen. 

In Vals hat sich eine Kultur der Notlügen, der Unehrlichkeit und des Verheimlichens etabliert. So versuchte man z.B. immer wieder mir zu vermitteln was ich sagen dürfe und was nicht. Und man liess auch durchblicken, dass man sich ansonsten überlegen müsse, wie man meine Meinungsäusserung unterbinden könne. Anlässlich meiner ersten GV bin ich auf diese Bitten noch eingegangen und habe auf gewisse Fragen, zu meinem Bedauern, keine Antwort gegeben. 

Wir Valser hatten alle Chancen der Welt uns für die kommenden schwierigen Jahre in optimaler Weise zu positionieren. Wenn wir es nicht endlich schaffen in aufrichtiger Weise miteinander zu reden, dann stehen wir zum Schluss mit leeren Händen da. Die Gleise sind ganz eindeutig in dieser Richtung gestellt!

Meine Zukunft sehe ich nicht mehr in Vals. Der Kampf mit dem Einwohneramt Zürich wird sein Ende finden. Ich stimme mit den Füssen ab und werde meine Schriften nach Zürich zügeln. 

Vielleicht versteht ihr meinen Ärger und meinen Frust, wenn man ganz am Anfang touristisches Einmaleins wie z.B. Buchungsmaske, Angebote und Informationen auf die Startseite einer touristischen Webseite umsetzen möchte, da aber abgeblockt wird und drei Jahre später von denen die es verhinderten zu hören bekommt: “Man merkt halt schon das wir keine Touristiker sind.”

Vielleicht versteht ihr meinen Frust und meinen Groll, wenn man vor Fehlentwicklungen z.B. bei den Sportbahnen gewarnt hat und man wurde dafür noch abgewatscht. Vielleicht versteht man meinen Ärger, wenn mit unternehmerischer Haltung das Angebot Skischule gerettet, sich noch für eine vernünftige Finanzierung eingesetzt und ansonsten auch nach unternehmerischen Lösungen gesucht hat und dafür zum Schluss als “unseriös" diffamiert wurde. Notabene von denen welche die Skischule (und vieles drum herum) in monatelangen Diskussionen in den Sand gesetzt haben. 

Als jemand der in Teilen Einblicke in die Politik der letzten Jahre hatte und als jemand der seiner Verantwortung für die Belange der Gesellschaft bewusst ist, sah ich mich nun gezwungen auf die Missstände in Vals hinzuweisen. Weitere Texte werden mit Sicherheit noch folgen. 

Bis dahin wiederhole ich meine Frage noch einmal: “Was ist nur los mit euch!”

 

Martin Loretz

 

(PS: wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten)

 

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