Spielregeln

"Das ist ja nur Spiel." Diese Aussage hört man oft, um auszudrücken, dass etwas nicht ernst gemeint ist, nicht wirklich mit der Realität verbunden, eben halt nur Spiel ist. Ist dies wirklich so?

Schaut man sich das Wort Spiel aber genauer an, realisiert man dessen vielschichtige Ebenen.
So kennt das Spiel seine wichtigste Funktion beim Kind, dieses will spielen, die Welt spielerisch erfassen, dabei die harte Realität noch aussparen. Entsprechend Alter und Entwicklung beginnen die Spiele einfach und werden mit zunehmendem Alter komplexer und anspruchsvoller. Eines aber, unabhängig vom Schwierigkeitsgrad des Spieles, ist allen gemeinsam: Es braucht Spielregeln, sonst geht das Spiel nicht, ist keine Herausforderung und macht auch keinen Spass.

Sind die Spielregeln einmal formuliert, liegt es an den Spielern, diese zu akzeptieren oder zu modifizieren, bis alle Mitspieler damit einverstanden sind und das Spiel beginnen kann. Wenn sich der Spieler aber auf das Spiel eingelassen hat, gibt es kein Zurück mehr. Dann wird gespielt mit den vereinbarten Regeln, im Wissen darum, dass er sowohl als Sieger wie auch als Verlierer daraus hervor gehen kann, die Regeln aber in jedem Fall "heilig" sind. Die Leichtigkeit bei diesen Spielen ist die, dass weder Gewinnen noch Verlieren ernsthafte Konsequenzen haben. So liefert das Spiel pädagogisches Übungsterrain, um Spielregeln zu vereinbaren, diese beim Spiel einzuhalten und den Ausgang des Spieles zu akzeptieren. Transferieren wir das Spiel in die Realität, steht dieses für unser Zusammenleben, auch dieses funktioniert nur mit Regeln, welche eine Mehrheit definiert und Gültigkeit für alle haben. So lehrt das Spiel Grundsätze demokratischer Verhaltensweisen, welche später von uns als Staatsbürger gefordert sind.

Schauen wir uns die aktuelle Situation in Vals an, muss festgestellt werden, dass einige Valser offenbar das Spielen verlernt haben. Die Spielregeln waren klar formuliert, der Gemeinderat hat sich dafür zusätzliche Zeit ausbedungen und den Abstimmungstermin aufgeschoben, Anwälte / Juristen der Gemeinde prüften Verfahren und Angebote, eben die Spielregeln, die beiden Parteien haben sich mit diesen Spielregeln einverstanden erklärt und so wurde abgestimmt.

Dass eine kleine Gruppe der Unterlegenen nun aber das Abstimmungsresultat nicht akzeptiert, ist ein Trauerspiel und zeigt, dass sie schlechte Verlierer, das heißt unmündige Bürger sind. So fordere ich die Beschwerdeführer auf, so wie wir auch unsere Kinder nach ausgegangenem Spiel auffordern würden, den demokratischen Entscheid der Valser Bürger zu akzeptieren und die Entwicklung von Vals nicht weiter zu gefährden. Vals und sein Demokratieverständnis wird langsam zum Spott der Nation.

Ein einst blühendes Unternehmen, das Hotel Therme, ist medial bombardiert worden, die guten Abschlüsse sind dahin und weiterer Schaden droht, wenn die Beschwerdeführer nicht einsehen, dass sie ihre Kräfte besser für den Wiederaufbau einsetzen sollten, statt Vals weiterhin ins Abseits zu manövrieren.

Pia Truffer
(Gastautorin)

 

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