Rücktritt Verwaltungsrat Sportbahnen Vals AG

Facts
Wie dem Personal mitgeteilt und von der Gemeinde auf Anfrage hin bestätigt wurde, hat der Verwaltungsrat der Sportbahnen Vals AG seinen Rücktritt auf die nächste ordentliche Generalversammlung vom 12. Oktober 2012 bekannt gegeben. Die Amtsperiode würde erst in zwei Jahren auslaufen. Auf Wunsch hin könnte der Verwaltungsrat sein Mandat (es betrifft alle 4 gewählten Mitglieder) auch früher zur Verfügung stellen. An der letzten Generalversammlung im September 2011 ist der Verwaltungsrat mit dem „Veto“ der damaligen Gemeindepräsidentin knapp wiedergewählt worden.

Verdienst und Unmut
Während der langen Amtsperiode des VR Präsidenten wurden verschiedene Marksteine gesetzt. So rühmt sich Vals heute, eine der ersten Schneekanonen im Skigebiet eingesetzt zu haben und vermutlich wurden in Vals „Snöber“ entdeckt, bevor Laax überhaupt wusste, wozu ein solches Schneebrett dienen könnte. Vor Jahren konnte die Gondelbahn realisiert werden; für viele ein Schritt der Selbstverständlichkeit, für viele Valser aber ein mutiger Schritt, da die Finanzierung aus ihren Taschen kam. In der Tat wurde die Bevölkerung und die Gemeinde geschickt in die Finanzierung eingebunden. Vals war um eine Attraktion reicher: die neue Gondelbahn!
In den letzten Jahren wurden dann immer mehr Stimmen laut, die ein innovatives Marketing forderten. Das Unternehmen werde nur noch verwaltet, es fehle grundsätzlich an Ideen, wie der laufende Schwund an traditionellen Skifahrern aufgefangen werden könnte. Der öffentliche Unmut nahm zu und gipfelte bei der letzten Wahl in Rücktrittsforderungen. Ein neues Team wurde aufgestellt und nur durch das „Veto“ der damaligen Gemeindepräsidentin mit dem Stimmenanteil der Gemeinde (48 %) konnte die Abwahl abgewendet werden.

Die lieben ehrenamtlichen Verwaltungsräte
Der Führungscrew der Sportbahnen AG ereilte des Schicksal so mancher Veraltungsräte halb-öffentlicher Institutionen. Ehrenamtlich oder politisch gewählt, fehlt oft die fachliche Kompetenz. Leute mit guter sachbezogener Ausbildung in Wirtschaft und Tourismus werden von der Privatwirtschaft aufgesogen, stehen für solche Ämter leider nicht zur Verfügung. So fehlt die unternehmerische Triebfeder, aber der Markt –gerade im Tourismus - verlangt nach Anpassung und dynamischen Leuten. Oft begnügt sich dann das Konsens-Gremium mit gegenseitigem Schulterklopfen. Doch das Unternehmen erhält keine neuen Impulse und gerät immer mehr ins Hintertreffen. So schleckt es keine Geiss weg, wie sehr die ganzen touristischen Dienstleistungen der Bahnen heute, und das nicht nur in Vals, nach Erneuerungen rufen. Mit dem fehlenden Geld in der Kasse, fehlt auch immer mehr die Motivation, nach neuen Strategien zu suchen. Die Hauptenergie richtet sich nur noch in eine Richtung: Wie finden wir einen glorreichen Abgang?

Der Abgang
Wer nimmt es dem VR übel, wenn er sich glorreich in der Suedostschweiz selbst feiert. In Vals hätten nur wenige in dieses Loblied eingestimmt. Dabei hätte der Verwaltungsrat einen besseren Abgang verdient. Da haben Leute während Jahren eine wirklich engagierte Arbeit geleistet, schliesslich für Gotteslohn. Die Leute hätten es nicht nötig gehabt, alles politisch zur verbrämen. Die Begründung mit der touristischen Neuausrichtung in Vals, hinter der sie nicht mehr stehen könnten, wirkt etwas durchsichtig.

Wir sagen dem abtretenden Verwaltungsrat ein Dankeschön. Ihr habt viel im Interesse von Vals und der Öffentlichkeit geleistet. Den Abgang hättet ihr gscheiter gestalten können, ohne politisches Nachtreten. Einfach: Es ist Zeit, jüngeren Leuten Platz zu machen. Wir wünschen dem neuen VR nur das Beste.

Nun ist der Weg frei für jene Leute, die schon seit Jahren eine Neuausrichtung fordern. Zeigt nun, was ihr wirklich im Stande seid.

myvals.ch

 

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