Neues Finanzierungsmodell für die Sportbahnen soll im Herbst vorgestellt werden.

Wie man aus den romanischen Medien erfahren konnte, planen die Sportbahnen Vals eine neue Form der Finanzierung. Die Rund 1,5 Millionen, welche man zur Sicherstellung des Sommer- und Winterbetriebs braucht, sollen zukünftig durch Steuerzahlungen, Beiträgen des Gewerbes, den Inhabern von Wohnungen, von den Einheimischen und den Gästen erbracht werden. Das Ziel sei es nicht die Eintritte aufzuheben, sondern den Betrieb sicher zu stellen.

Das Konzept sei auf dem Tisch und im Herbst werde man die Bevölkerung in die Pläne einweihen. Wenn alles gut läuft, könne das Konzept ein Jahr später eingeführt werden.

Auch wenn ich dieses Konzept keine gute Idee finde, bin ich Maurus dankbar, dass es dieses Thema in die Medien geschafft hat und man damit die Zeit hat, dieses bereits im Voraus zu diskutieren. Denn ich bin der Meinung, dass dies ganz dringend nötig ist.

Aus meiner Sicht ist dieser Weg der Falsche und nicht zukunftstauglich. Warum?

Bevor man mit solch drastischen Massnahmen auffährt, welche alle oben genannten Beteiligten massive Mehrabgaben aufbürden wird, sollte man doch vorher einmal prüfen, ob es nicht auch andere Möglichkeiten gäbe die Sportbahnen zu retten. Denn neben der Hoffnung einen Investor zu finden, habe ich keine anderen Visionen und Pläne wahrgenommen, welche dem Betrieb eine Perspektive geben und mit welchen man Investoren locken könnte.

Die desolate Situation der Sportbahn ist nicht das Resultat oder nicht alleine das Resultat einer Naturkatastrophe oder ähnlichem. Es ist die Folge einer desolaten Führung und dieser Vorschlag der komfortabelste Weg zum Machterhalt derer, welche das ganze Desaster angerichtet haben.

Die Gemeinde sollte im Herbst die Stimmbürger zuerst über eine andere Frage abstimmen lassen. Es sollte die Frage gestellt werden, ob die Bevölkerung dem gegenwärtigen VR überhaupt noch das nötige Vertrauen ausspricht? Schliesslich ist die Gemeinde der Hauptaktionär und die Gemeindeversammlung der Souverän und der Chef im Haus. Der Gemeindeversammlung sollte diese Möglichkeit eingeräumt werden.

Die oben genannte Lösung ist nicht zukunftstauglich, weil die Bevölkerung mit einem für eine vermeintlich erfolgreiche Gemeinde bereits hohen Steuerfuss belastet wird, das Gewerbe ebenso bereits genügend beisteuern muss und man mit all diesen Massnahmen substanzielle Verbesserungen verhindert und nicht begünstigt. Die Folge ist, dass die Standort-Attraktivität somit nicht gesteigert sondern geschwächt wird und man die Abwärts-Spirale im Dorf noch zusätzlich anheizt.

Dass die Sportbahnen jetzt kurzfristig finanzielle Hilfe der Gemeinde benötigen, das ist klar. Schliesslich hat man den Karren die letzten Jahre, entgegen besserem Wissen, so richtig im Graben versenkt. Den Betrieb da wieder raus zu holen, das ist keine einfache Sache und je länger wir zuwarten, umso schwieriger und teurer wird es.

Dieser Vorschlag, den Betrieb der Bahn sicherzustellen, führt genau zum Gegenteil. Wird dieser Vorschlag angenommen und lässt man die bestehend Führung weiter wursteln, dann ist das Ende der Sportbahnen über kurz oder lang so sicher wie das Amen in der Kirche.

Den Bock als Gärtner haben wir bereits. Wir sollten aber prüfen ob wir dies weiterhin so handhaben wollen und diesen mit öffentlichen Geldern noch zusätzlich in Stein meisseln wollen.

Martin Loretz

Quelle:
http://www.rtr.ch/novitads/grischun/surselva/pendicularas-val-vulan-nov-...

 

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